5 Markttrends für 2021

Zu Beginn des neuen Jahres haben wir unseren CEO, Nick Bortot, gebeten, fünf Finanzmarkttrends aufzulisten, die wir seiner Meinung nach im Jahr 2021 erleben werden. Hier kommt seine Antwort.

1. Covid19 wird wieder eine große Rolle spielen

Covid19 wird natürlich auch im Jahr 2021 noch eine große Rolle spielen. Es hängt alles davon ab, wie schnell die Impfstoffe verteilt werden und wie gut sie funktionieren. Doch wie wir mit der Covid19-Mutation in Großbritannien Ende 2020 gesehen haben, ist das Virus nicht berechenbar.

Die Gewinner des nächsten Jahres werden Impfstoffhersteller wie Pfizer oder Moderna sein. Leider wird der Impfstoff von Sanofi und GlaxoSmithKline nicht vor Ende 2021 fertig sein, weil sie die Wirksamkeit der Impfung bei älteren Menschen verbessern müssen. Allerdings sollte man bei Impfstoffherstellern auf lange Sicht vorsichtig sein, denn es gibt bereits Dutzende von Firmen, die an einem Impfstoff arbeiten. Irgendwann wird es ein Überangebot geben.

Es gibt auch weniger offensichtliche Firmen, die davon profitieren könnten: Nur ein Beispiel: Die Verteilung des Impfstoffs wird einen enormen logistischen Aufwand erfordern, den z.B. die Deutsche Post DHL, Bolloré Logistics, Lufthansa Cargo oder Kühlhausfirmen wie Va-Q-Tec übernehmen werden. Viele Logistikunternehmen haben durch die Pandemie bereits vom Online-Shopping-Boom profitiert und könnten hierdurch einen weiteren Schub erhalten.

Branchen, die im Jahr 2020 stark unter die Räder gekommen sind, könnten einen Aufschwung erleben: Wenn die Menschen wieder reisen dürfen, könnten Reiseunternehmen wie TUI und Carnival, Gastgewerbeunternehmen wie Accor und Fluggesellschaften wie Air France-KLM, Easyjet und Lufthansa einen Schub bekommen.

Ein weiterer Sektor, der interessante Zeiten vor sich haben könnte, sind Gewerbeimmobilien. Bei den Büroimmobilien stellt sich die Frage, inwieweit das Arbeiten von zu Hause aus bestehen bleibt. Wenn Unternehmen weniger Fläche benötigen, könnte sich dies negativ auf Unternehmen wie Alstria Office und ähnliche auswirken, obwohl sie meist langfristige Mietverträge haben und dies vielleicht erst später spüren.

Was die Einkaufszentren betrifft, so könnten sie mit Akteuren wie Simon Property oder Unibail-Rodamco-Westfield erneut unter ausbleibenden Mietzahlungen und potenziellen Mieterkonkursen leiden, da nicht alle Unternehmen die Pandemie überleben werden.

2. Rückkehr der Dividende

Insgesamt sollten die globalen Aktienmärkte profitieren, wenn sich die Weltwirtschaft wie prognostiziert weiter erholt – so erwartet die Deutsche Bank für das Jahr 2021 einen Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,2 Prozent. Die Analysten der Deutschen Bank gehen davon aus, dass die Gewinnerwartungen der Unternehmen für 2021 in den USA um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen, in Europa sind es 40 Prozent. Achte dabei besonders auf das zweite und dritte Quartal.

2020 war kein gutes Jahr für Dividendenanleger, da viele Unternehmen ihre Dividenden wegen der Pandemie gekürzt haben. Im Jahr 2021 werden die Dividenden voraussichtlich wieder steigen. Da die Zentralbankzinsen voraussichtlich lange bei 0 % bleiben werden, macht dies Dividendenaktien für Anleger 2021 noch attraktiver.

3. Ein Schub für grüne Unternehmen

Mit Joe Biden wird es einen Paradigmenwechsel im Weißen Haus geben. Der neue US-Präsident wird Umweltunternehmen einen Schub geben, da Biden eine Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu mehr Klimaschutz und erneuerbaren Energien vollziehen wird. Davon dürften Aktien und ETFs profitieren, die die sogenannten ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) erfüllen und auf Umwelt- und Sozialstandards achten.

Beachte, dass wir im nächsten Jahr auch einige Wahlen in Europa haben, z.B. in Deutschland. Angela Merkel wird nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung stehen und die deutschen Grünen könnten einer der großen Gewinner sein. Das hätte auch einen starken Einfluss auf Aktien, die mit Energie und Umweltveränderungen zu tun haben. Dies ist in der Tat ein Thema, das man im Auge behalten sollte, da auch die Europäische Union kürzlich beschlossen hat, ihre Bemühungen gegen den globalen Klimawandel zu verstärken.

4. Frauen holen beim Investieren auf

Es ist immer noch eine Tatsache, dass die meisten Investoren an der Börse männlich sind. Aber laut der  FT melden sich weibliche Investoren nun schneller bei Investmentplattformen an als Männer. Auch bei BUX Zero konnten wir feststellen, dass sich die Anmeldungen von Frauen im bisherigen Jahresverlauf versechsfacht haben, verglichen mit einer Vervierfachung bei männlichen Anlegern. Ich glaube, dass Frauen auch im nächsten Jahr eine größere Rolle beim Investieren spielen werden.

Zu einem verwandten Thema: Man kann jetzt in Produkte investieren, die sich auf die Gleichstellung der Geschlechter konzentrieren, zum Beispiel in den Lyxor Global Gender Equality ETF und den MSCI Japan Empowering Women Index. Finanzprodukte wie diese könnten das Interesse von Anlegern, die sich mit ESG-Kriterien beschäftigen, weiter steigern.

5. Rote Karte für FANG?

2020 war ein gutes Jahr für Techs. Aber die FANG-Aktien, d.h. Facebook, Amazon.com, Netflix und Alphabet, sind meiner Meinung nach jetzt überbewertet und sehen sich mit weiteren Klagen konfrontiert. Mehrere US-Bundesstaaten haben z.B. Kartellklagen gegen Google eingereicht und auch die US-Regierung hat eine Kartellklage gegen Facebook eingereicht und würde den Konzern gerne zerschlagen.

Eines wissen wir sicher: Es wird wieder ein spannendes Jahr an den Finanzmärkten mit viel Bewegung und Chancen.

Alle Ansichten, Meinungen und Analysen in diesem Artikel sollten nicht als persönliche Anlageberatung gelesen werden, und individuelle Anleger sollten ihre eigenen Entscheidungen treffen oder unabhängigen Rat einholen. Dieser Artikel wurde nicht in Übereinstimmung mit gesetzlichen Bestimmungen zur Förderung der Unabhängigkeit der Investitionsrecherche verfasst und gilt als Marketingmitteilung.

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