Der Wasserstoff, aus dem die Träume sind?

Das könnte das nächste große Ding für Wirtschaft und Klima werden. Wasserstoff steht in der Wissenschaft, im Bereich Nachhaltigkeit und beim Klimaschutz bereits ganz weit vorne. Die zweiwöchige UN-Klimakonferenz in Schottland ist vor kurzem zu Ende gegangen und bei aller Kritik, gab es Bekenntnisse zur Verringerung der Umweltverschmutzung, um das Erreichen der Netto-Null-Emissionsziele in den kommenden Jahren sicherzustellen.

Wasserstoff kann dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. Nicht nur bei der Mobilität sondern auch als alternativer Energieträger. Wasserstoff ist unsichtbar, geruchlos, ungiftig, leichter als Luft und reichlich auf dem Planeten vorhanden. Wasserstoff versteckt sich in den unterschiedlichsten chemischen Verbindungen und Stoffen, z.B. auch in Öl, Gas, Biobrennstoffen, Klärschlamm und nicht zuletzt in – Überraschung – Wasser. 

Grund genug also, dass wir uns die Aktien und Unternehmen anschauen, die sich mit diesem Trend beschäftigen und versuchen Wasserstoff auf das nächste Level zu bringen. 

Kommt der Wasserstoff-Boom?

Nicht nur bei uns, also in der Europäischen Union, rückt das Thema Wasserstoff zunehmend in den Blickpunkt. Schon jetzt haben laut einer Analyse des Weltenergierats (WEC) mindestens 20 Länder eine nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet oder stehen zumindest kurz davor. 

Mit dabei sind große Wirtschaftsmächte wie Japan, Russland, China, Frankreich, Südkorea, Spanien und Portugal. Und natürlich wird der Trend auch in den USA verfolgt. Es wird also geforscht und entwickelt was das Zeug hält und das könnte möglicherweise auch einen Boom bei vielen Unternehmen auslösen. Entscheidend werden die Fortschritte in den verschiedenen Forschungszweigen sein. 

Wasserstoff-Produzenten

Wasserstoff hat die Eigenschaft, vielfältig einsetzbar zu sein. Er lässt sich in Kraft- und Treibstoffe, synthetisches Erdgas umwandeln oder direkt zur Stromerzeugung nutzen, um zum Beispiel eine Konkurrenz zu Öl oder Kohle darzustellen. Unternehmen die sich mit der Produktion von Wasserstoff und damit verbundenen Produkten konzentrieren, werden sicher mit die Ersten sein, an die sich zum Beispiel Automobilunternehmen wenden, wenn sie denn zum Beispiel einen Wasserstoffantrieb in Serie bringen. Das können Unternehmen sein wie Air Products & Chemicals, Air Liquide oder auch Linde.

Hersteller von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen

Brennstoffzellen sind bei Wasserstoff eine echte Herausforderung. Nicht nur, dass Wasserstoff schwierig in der Handhabung ist. Es ist gefährlich zugleich und deshalb müssen gerade Brennstoffzellen besonders sicher sein. Hersteller, die hier zuverlässig und hochwertig produzieren, könnten also in Zukunft von einer hohen Nachfrage profitieren. Das sind Unternehmen wie Cummins, Bloom Energy, Ballard und Plug Power

Ein weiterer Player könnte 2022 hinzukommen. Der deutsche Konzern thyssenkrupp will Bloomberg zufolge seine Elektrolyseeinheit Uhde Chlorine Engineers auslagern und an die Börse bringen. Uhde Chlorine Engineers, ein Joint Venture mit der italienischen Industrie De Nora, hilft beim Bau von Wasserstoffproduktionsanlagen.

Wasserstoff in Autos

So eine Brennstoffzelle kann man dann zum Beispiel in Autos verbauen. DIe fahren dann mit Wasserstoff und einer passenden Brennzelle. Toyota und Hyundai haben bereits Fahrzeuge mit Wasserstoffbrennzellen auf dem Markt. Mercedes hat sich bisher über einen Pilotversuch nicht hinaus getraut, es sind aber Modelle in Arbeit und neben den aktuell so gehypten akkubetriebenen E-Autos, gibt es bei Wasserstoff wesentlich mehr Reichweite und das gute alte “Tankgefühl” bleibt auch erhalten. Man sollte also Aktien wie Ford, Toyota, Volkswagen, Daimler und BMW im Auge behalten.

Pipeline-Unternehmen

Natürlich muss der Wasserstoff auch von A nach B transportiert werden. Auch hier ist der Umgang Experten vorbehalten. Denn Wasserstoff ist in Verbindung mit Sauerstoff brennbar und ab einem bestimmten Verhältnis ist das Gemisch sogar explosiv. Experten meinen zwar, dass Wasserstoff weniger gefährlich als zum Beispiel andere Auto-Treibstoffe ist, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Unternehmen die Wasserstoff transportieren können sind zum Beispiel Enbridge, Kinder Morgan, TC Energy oder Williams Companies.

Versorger 

Wasserstoff kann wie schon gesagt nicht nur in Autos und Brennstoffzellen eingesetzt werden, sondern zum Beispiel auch zur Energieproduktion. Das ist besonders interessant, wenn es um Klimaneutralität geht. Denn die fossilen Brennstoffe Öl und Erdgas könnten durch Wasserstoff weitgehend ersetzt werden. Für ein solches Unterfangen sind Unternehmen wie NextEra Energy am Markt und forschen ebenfalls in dieser Richtung. 

Noch weiß niemand, ob Wasserstoff wirklich das nächste große Ding werden wird. Wir wissen aber schon heute, dass viele Länder und Unternehmen, teilweise schon sehr erfolgreich, in diesem Bereich forschen. Wasserstoff ist also ganz und gar nicht flüchtig, sondern scheinbar gekommen, um zu bleiben. Es wird auf jeden Fall spannend, wie sich der Markt weiterhin entwickelt.

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